Bäume im Stadtbezirk Innenstadt-Ost

Bäume in der Innenstadt sind für die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Über 7.700 Straßenbäume weist das noch im Aufbau befindliche Baumkaster 2011 allein für den Stadtbezirk Innenstadt-Ost aus. Hinzu kommen über 2.300 Einzelbäume in den Grünanlagen wie dem Stadewäldchen. Über die vielen Bäume in Vor- und Kleingärten, auf privaten Grundstücken und begrünten Innenhöfen gibt es keine Angaben.



Landgrafenstraße

Eintrachtstraße

Bäume und das Stadtklima

All diese Bäume sind bewusst angepflanzt worden, um das Stadtbild zu verschönern. Zugleich haben sie eine bedeutende Funktion für das Stadtklima. So enthält die Luft einer Straße mit großen Bäumen bis zu 70 Prozent weniger Staubteilchen als die Luft einer baumlosen Straße. Bäume nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab. Eine 30 Meter hohe Buche verbraucht rund sechs Kilogramm Kohlendioxid am Tag und setzt täglich rund fünf Kilogramm Sauerstoff frei, das entspricht dem Tagesbedarf von 50 Menschen. Bäume sind natürliche Klimaanlagen. An heißen Tagen spenden sie Schatten, kühlen und befeuchten durch ihre Verdunstung die Luft. Ein großer Baum verdunstet an einem Tag bis zu 500 Liter Wasser und eine Straße mit großen Bäumen ist um bis zu sechs Grad Celsius kühler als eine baumlose. Besonders ältere Bäume bieten Brutplätze und Lebensräume für viele Tiere in der Stadt, wie Vögel, Eichhörnchen und zahlreiche Insektenarten.



Ruhrallee

Hohe Straße

Gefahren für die Stadtbäume

In einem dicht besiedelten Stadtbezirk wie Innenstadt-Ost engt der menschliche Alltag den Lebensraum der Bäume stark ein und setzt ihnen gesundheitlich schwer zu. Kleine Baumscheiben, auf denen Autos parken oder schwere Gegenstände abgestellt werden, pressen den Boden zusammen und verhindern, dass der Boden durchlüftet wird und die Wurzeln mit dem Wasser genügend Nährstoffe aufnehmen können. Bodenverschmutzungen mit Öl, Benzin, Streusalz und Abwasser greifen die Wurzeln an, Autoabgase die Blätter und die Rinde. Infolgedessen kommt es zu einer Reihe von Schädigungen, die die Gesundheit und Vitalität der Bäume massiv beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall müssen die Bäume umgehend gefällt werden.

Auch Baumaßnahmen können den Bäumen schwer zusetzen. Das betrifft besonders den Wurzelbereich unterhalb der Kronentraufe, der bei Tiefbauarbeiten oft verletzt wird. Aber auch durch Beschädigungen an Stamm und Krone können Bäume ernsthaft gefährdet werden, denn durch mechanische Verletzungen wird der Eintritt holzzerstörender Pilze begünstigt. Im Hinblick auf Baumaßnahmen und Abgrabungen im Umfeld von Bäumen gibt es ausführliche Regelungen und Vorschriften, an die sich die Baufirmen aber nicht immer halten. Eine Gefahr für die Stadtbäume stellen auch Schädlinge dar. Besonders anfällig sind jedoch vor allem Bäume, die durch die schwierigen Umweltbedingungen bereits geschwächt sind.

Individuelle Ansprüche und gesetzliche Regelungen stellen Baumstandorte zusätzlich infrage. Der Wunsch nach einer hellen Wohnung, einem Parkplatz direkt vorm Haus, aber auch die Notwendigkeit zweier Rettungswege für die Feuerwehr führen immer wieder dazu, dass Bäume gefällt werden oder zumindest umfangreich beschnitten werden. Fachgerechte Schnittmaßnahmen an Straßenbäumen zur Verkehrssicherheit sind notwendig. Dabei werden in der Regel kranke oder tote Äste entfernt, Verkehrssignalanlagen und der Verkehrsraum freigeschnitten (Lichtraumprofil). Manche Baumfällung wäre durch rechtzeitige und fachgerechte Pflegemaßnahmen vermeidbar gewesen. Werden die Baumkronen jedoch zu oft und zu stark zurückgeschnitten, wird die Fotosynthese gestört und durch die Wunden können Krankheitserreger eindringen.


Alter Mühlenweg

Landgrafenstraße

Hinweise zum Baumschutz und zur rechtlichen Regelung in Dortmund bietet die Stadt Dortmund über ihren Geschäftsbereich Stadtgrün an.

Zum Geschäftsbereich Stadtgrün der Stadt

Hier können sie die aktuelle Baumschutzsatzung der Stadt Dortmund einsehen.

Zur Baumschutzsatzung


GRÜNE Initiativen in der Bezirksvertretung

Im November 2007 beantragten die GRÜNEN zusammen mit der SPD in der Bezirksvertretung, in den Straßen Alter Mühlenweg (zwischen Markgrafen- und Saarlandstraße), Dresdener Straße (zwischen Saarlandstraße und Ruhrallee) und Meißner Straße (zwischen Landgrafen- und Saarlandstraße) Bäume neu anzupflanzen. Am 3. September 2009 legte die Stadtverwaltung ein Konzept mit 13 neuen Baumstandorten und Gesamtkosten in Höhe von fast 55.000 Euro vor. Aufgrund der Haushaltslage werden erst 2015 Gelder zur Verfügung stehen, um die Baumscheiben zu erstellen und die Bäume anzupflanzen.

Antrag Begrünung / Baumpflanzung in Dortmund - Innenstadt-Ost

Antwort der Verwaltung auf den Antrag



Junge Bäume

Baumscheiben

Baumfällungen und Nachpflanzungen

Neben der Förderung neuer Standorte für Straßenbäume begleiten die GRÜNEN die Information über Baumfällungen im Stadtbezirk kritisch und fordern Nachpflanzungen am alten Standort ein. An dieser Stelle sind die Mitteilungen zu den aktuellen Baumfällmaßnahmen zu finden.

Ein besonderes Thema ist die notwendige Sicherstellung des zweiten Rettungsweges durch die Feuerwehr. Dies führte im Sommer 2008 und im Herbst 2009 zu Fällungen und Beschneidungen von gesunden Bäumen. Hier geht es uns GRÜNEN darum, die Fäll- und Schnittmaßnahmen so gering wie möglich zu halten und durch Nachpflanzungen von Bäumen mit kleineren Kronen die Baumstandorte zu erhalten.

Feuerwehr plant Kahlschlag - Pressemitteilung vom 11.6.2008

Feuerwehr plant weiteren Kahlschlag - Pressemitteilung vom 5.5.2009

Feuerwehr lässt Bäume Am Knappenberg fällen - Pressemitteilung vom 14.9.2009

Ein weiteres besonderes Thema waren 2010 die Ginkgo-Bäume in der Karlsruher und Heilbronner Straße. Durch den Fruchtabwurf der weiblichen Ginkgo-Bäume kam es zu erheblichen Geruchsbelästigungen und Verunreinigungen der Bürgersteige. Trotz der großen Bedeutung älterer Bäume für das Stadtklima haben die GRÜNEN sich nicht gegen die Fällung der weiblichen Bäume und die Anpflanzung von jungen männlichen Ginkgo-Bäumen ausgesprochen. Grundlage unserer Abwägung waren Informationen aus der Stadt Duisburg, wo im selben Jahr 160 weibliche Ginkgos gefällt wurden. Dort wurde ein Kostendilemma deutlich: Die jährlich wiederkehrenden Kosten für die verstärkte Reinigung der Gehwege und Straßen haben die Höhe eines einmaligen Baumaustausches erreicht.